Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC)

Die Gemeinsame Forschungsstelle ist der Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission. Ihre Mission besteht in der wissenschaftlichen und technologischen Unterstützung der EU-Politiken. Das JRC unterhält sieben erstklassige Forschungsinstitute in fünf Ländern und verfügt über herausragende technische Ressourcen.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (engl. Joint Research Centre, JRC) ist eine Generaldirektion (GD) der Europäischen Kommission mit Sitz in Brüssel. Herzstück des JRC sind seine sieben Forschungsinstitute in insgesamt fünf europäischen Ländern. Die JRC-Institute verfügen über hervorragende Infrastrukturen und zum Teil einzigartige technische Anlagen, wie den Van-de-Graff-Generator.

Das JRC hat den Auftrag, die Konzeption, Entwicklung, Umsetzung und Überprüfung der Gemeinschaftspolitik durch nachfrageorientierte wissenschaftlich-technische Arbeiten zu unterstützen. Dabei fungiert es als Referenzzentrum für Wissenschaft und Technologie der Europäischen Kommission. Das JRC unterstützt den europäischen Gesetzgebungsprozess in allen Phasen des Politikzyklus. Dabei kooperiert es eng mit den Generaldirektionen der Europäischen Kommission und mit relevanten nationalen und regionalen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen in den EU-Mitgliedstaaten. Das JRC arbeitet unabhängig von nationalen oder privaten Interessen.

Grafische Darstellung des Politikzyklus. Beschreibung siehe untenstehenden Link.

Grafik: EU-Büro des BMBF

Bildbeschreibung

Seine Forschungsaktivitäten konzentriert das JRC auf folgende Bereiche: Energie, Transport, Umwelt- und Klimawandel, Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, Gesundheit und Verbraucherschutz, Informations- und Kommunikationstechnologien, Referenzmaterialien, Sicherheit (inklusive nuklearer Sicherheit im Euratom-Programm).

Zur Realisierung des Europäischen Forschungsraumes (EFR) trägt das JRC auf vielfältige Weise bei: Die Mobilität von Forscherinnen und Forschern wird durch die Gewährung von ca. 1000 Forschungsaufenthalten jährlich gefördert. Gezielt baut das JRC seine Kooperationen mit hervorragenden Forschungseinrichtungen in- und außerhalb der EU aus. Bis Ende 2012 konnten bereits mehr als 200 Kooperationsverträge oder sogenannte Memoranda of Understanding (Absichtserklärungen) unterzeichnet werden. Zum Auftrag des JRC gehört außerdem die Integration neuer Mitgliedstaaten in den EFR durch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen vor Ort und durch Schulungen. Einige Maßnahmen, die für die Realisierung des EFR von Bedeutung sind, werden direkt vom JRC umgesetzt; darunter ERAWATCH und NETWATCH. Zu den Aufgaben des JRC gehört außerdem die Unterstützung der Regionen bei der Entwicklung von Strategien zur intelligenten Spezialisierung. Deren Ziel ist es, die regionale Wettbewerbsfähigkeit durch die Entwicklung von Innovationsnischen zu stärken (mehr zur regionalen Dimension von Forschung und Innovation). Außerdem unterstützt das JRC die Umsetzung der Europäischen Strategie für den Donauraum.

Struktur

Das JRC ist eine Generaldirektion im Verantwortungsbereich des  Forschungskommissars Carlos Moedas. Generaldirektor des JRC ist seit Januar 2014 Vladimir Šucha. Ihm zur Seite steht ein Verwaltungsrat (Board of Governors, BoG), der ihn hinsichtlich der mittel- und langfristigen strategischen Ausrichtung des JRC unterstützt und berät.

Insgesamt arbeiten rund 3000 wissenschaftliche und technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das JRC; ein Großteil von ihnen als Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler in einem der sieben JRC-Institute:

  • Institut für Umwelt und Nachhaltigkeit (IES), Ispra, Italien
  • Institut für Schutz und Sicherheit des Bürgers (IPSC), Ispra, Italien
  • Institut für Referenzmaterialien und -messungen (IRMM), Geel, Belgien
  • Institut für Transurane (ITU), Karlsruhe, Deutschland
  • Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz (IHCP), Ispra, Italien
  • Institut für Energie und Transport (IET), Petten, Niederlande
  • Institut für technologische Zukunftsforschung (IPTS), Sevilla, Spanien

Die Nationale Kontaktstelle der Gemeinsamen Forschungsstelle ist im EU-Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) angesiedelt. Mehr Informationen und Hinweise zur Arbeit der Nationalen Kontaktstelle JRC finden Sie hier.