Neuerungen in Horizont 2020

Horizont 2020 soll mehr sein als ein 8. Forschungsrahmenprogramm (FRP). Indem es erstmals die bisher getrennten EU-Programme der Forschungs- und Innovationsförderung weitgehend bündelt, soll es dazu beitragen, dass weltweit wettbewerbsfähige Forschung besser in Wachstum und Arbeitsplätze übertragen wird. Daneben gibt es weitere wichtige Neuerungen, die Horizont 2020 gegenüber dem 7. FRP auszeichnen.

Innovationsorientierung

Horizont 2020 bündelt erstmals die bisher getrennten EU-Programme der Forschungs- beziehungsweise Innovationsförderung: Das Forschungsrahmenprogramm, das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) und Teile des bisherigen Rahmenprogramms für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit (CIP). Diese Zusammenführung soll den Übergang von weltweit wettbewerbsfähigen Forschungsergebnissen in Wachstum und Arbeitsplätze erleichtern. Forschungsgetriebene Innovationen werden marktnah gefördert, hierfür werden Instrumente wie Vorkommerzielle Beschaffung, Pilotanlagen, KMU-Instrument oder Öffentlich-Private Partnerschaften deutlich gestärkt.

Verstärkte Förderung von Schlüsseltechnologien

Einen besonderen Aspekt bildet auch die stärkere Förderung der Schlüsseltechnologien (Key Enabling Technologies, KET). Die Ziele der am 26. Juni 2012 veröffentlichten Kommissionsmitteilung "Eine europäische Strategie für Schlüsseltechnologien – Eine Brücke zu Wachstum und Beschäftigung" werden in der Programmatik von Horizont 2020 aufgegriffen. Die sechs Schlüsseltechnologien (Mikro-/Nanoelektronik, Nanotechnologie, Photonik, Materialwissenschaften, industrielle Biotechnologie und fortschrittliche Fertigungstechniken) aus der europäischen KET-Definition von 2009 bilden zentrale Förderlinien in Horizont 2020.

Missionsorientierung

Die Gesamtarchitektur von Horizont 2020 mit den drei Schwerpunkten sowie die Förderlinien innerhalb dieser Programmelemente greifen wichtige und drängende Themen auf. Die Missionsorientierung zielt darauf ab, Beiträge zur Lösung von drängenden Gesellschaftlichen Herausforderungen zu liefern. Die geförderte Forschung wird also stärker in ein strategisches Konzept eingepasst, denn ein Land allein kann die komplexen Probleme nicht lösen. Hier wird verstärkt interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig sein.

Neuerungen in der Programmsteuerung

Umgesetzt wird Horizont 2020 nur noch durch ein einziges Spezifisches Programm. Die Programmplanung wird erstmalig durch dreijährige Strategische Programme erleichtert, die eine mittel- und längerfristige Orientierung erleichtern. Ergänzt werden diese durch zweijährige Arbeitsprogramme, welche die Ausschreibungsinhalte definieren. Die Ausschreibungen zu den Förderlinien finden jährlich statt.

Vereinfachte Beteiligungsregeln

Die Vereinfachung gegenüber den Vorgängerprogrammen zeigt sich vor allem in einheitlichen Förderquoten: Erstattung von 100 % der tatsächlichen direkten und indirekten Kosten, bei marktnahen Maßnahmen 70 %. Eine Ausnahme bilden marktnahe Maßnahmen von gemeinnützigen (Non-Profit-)Organisationen, die ebenfalls mit einer Quote von 100 % erstattet werden. Indirekte Kosten werden für alle Teilnehmenden über eine Pauschale in Höhe von 25 % der direkten förderfähigen Kosten erstattet.

Externalisierung des Programm-Managements

Eine Veränderung wird die Programmumsetzung dadurch erfahren, dass vermehrt Teile des Programms nicht mehr durch die Kommissionsdienststellen selbst, sondern durch "externe Strukturen" umgesetzt werden. Hierzu zählen die Exekutivagenturen, welche mit den deutschen Projektträgern vergleichbar sind, aber auch besondere Gremien (englisch: special bodies).